Admingate

von Katja Dathe

Oder:

Dich ham’se doch inner Waldsiedlung in Wandlitz gemacht?

Ich wollte mich ja nicht mehr aufregen.
Aber mal im Ernst.
Für alle, die den Knall immer noch nicht gehört haben.

Admingate hat, zumindest für mich, nur nebenbei was mit den ewigen Kampf der Maskus gegen die Femis zu tun.
Admingate hat einen ganz anderen Haken.

Ich hoffe wir sind uns darin einig, dass gegenderte Sprache ein politisches Statement ist. Gegenderte Sprache ist also Inhalt.

Jetzt kommt da ein Admin daher, hat ne Idee und implementiert eine DingsIn.
Diese DingsIn ist kein Filter.
Mit Filtern kann ich Autoren ausblenden, die ich nicht wahrnehmen möchte.
Filter find ich super.
On / Off.

Diese DingsIn macht was ganz anderes.
Diese DingsIn verändert den Inhalt der Nachricht.
Die DingsIn passt die Aussage der/des Verfassenden an das Weltbild der/des Lesenden an.

Noch mal:

Die DingsIn macht aus MEINEM Text was DU lesen willst.

Und nochmal in Piratensprech:

Die DingsIn manipuliert Daten.

Hallo, geht’s noch?
Einer zu Hause?
Noch alle Latten am Zaun?
Mal kurz drüber nachdenken?

Und dann schämen.
Aber erstmal die DingsIn wegmachen.
Ganz schnell.

Update 17.April 2013

Nachdem der oben erwähnte Admin bereits am vergangenen Wochenende die DingsIn abgeschaltet hat, beschloss der Bundesvorstand der Piratenpartei Deutschland soeben in seiner unendlichen, wenn auch zuweilen sehr zähflüssigen Weisheit – dass die DingsIn abgeschaltet bleibt.

Das erfüllt die Autorin mit großer Freude.

Dem Bundesvorstandsmitglied der Herzen Klaus Peukert konnte die Autorin mittels moderner Kommunikationstechnik folgende Kurzaussage abringen. „Der BuVo hat besonnen gehandelt und mit ruhiger Hand die Situation geklärt.“

Daniela Berger – Antragstellerin des Antrags auf Abschaltung der DingsIn – erklärte dazu dem Kurznachrichtendienst twitter:

„Auch wenn der Antrag durch das Abschalten des Filters eigentlich obsolet war, hat der BuVo tatsächlich darüber abgestimmt, und beschlossen, dass der Filter auch in Zukunft abgeschaltet bleibt. Das ist – so blöd es klingt – ein wichtiges Statement. Leider fürchte ich, dass immer noch nicht alle verstanden haben, dass es sich hier *nicht* um blosses Femi-mimimi gehandelt hat… öm. Punkt.“

Manchmal gibt’s eben doch auch gute Nachrichten.
Selbst bei Piratens.
Mein herzliches Dankeschön an die Antragsteller*innen und Antragsabstimmer*innen.
Geht doch.

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