Katja sucht immer noch die Superkandidatinnen und ist frustriert

von Katja Dathe

Eigentlich hatte ich ja gar keine Lust mehr meine Suchen nach den Superkandidatinnen fortzusetzen.
Warum auch, ist ja eh alles kaputt. Aber was soll’s, Ich will ja schließlich hinter mit Fug und Recht behaupten können ich hätte alles versucht. Und weil ich gerade so frustriert bin, ist die heutige Aufgabe der Kandidatinnen mich zu begeistern und von sich zu überzeugen.
Mache ich mich also auf die Suche nach Kandidatinnen die in der Lage sind mir deutlich zu machen, dass es Sinn macht sie in den Bundestag zu wählen, selbst wenn sich die Piratenpartei weiterhin wie eine Horde ausgewachsener Brüllaffen benimmt. Kandidatinnen die kompetent ihre, oder – falls wir uns doch noch auf ein wir besinnen können – unsere Ziele vermitteln können. Kandidatinnen die darüber hinaus in der Lage sind zu erklären warum diese Ziele gut und wichtig sind und vor allen was diese, meist abstrakt und theoretisch formulierten Ziele, mit dem Leben der Menschen zu tun haben.
Unverzagt und Geduldig.
Immer und immer wieder, ohne dabei genervt, belehrend oder großkotzig zu werden.
Kurz, Kandidatinnen die mensch wählen würde, obwohl sie Piraten sind. Voraussetzung hierfür ist, dass mensch irgendwie herausfinden kann wo Kandidatin so steht und wo sie hin will. Politisch. Damit mensch dann prüfen kann, wie groß die Übereinstimmung der politischen Ziele von mensch und Kandidatin ist.
Kein Ding, dachte ich. Gibt ja Kandidatinnenprofile.
Steht ja alles im Wiki, dachte ich.
Einfach die Wikiseiten der im Rennen gebliebenen 19 Kandidatinnen nach persönlichen Statements zu wichtigen Themenkomplexen aus unserem Programm durchsuchen. Nach 8 Schlagworte die mir spontan eingefallen sind weil sie für mich untrennbar mit den Themenschwerpunkten der Piratenpartei verbunden sind.
Und noch eins was mir wichtig ist, aber nicht im Programm steht.
Einfach mal gucken was die Kandidatinnen zum jeweiligen Schlagwort bzw. Themenkomplex persönlich zu sagen haben.
Persönlich im Sinne von:
Ich will …
Ich werde …
Ich stehe für …
Das Ergebnis war so frustrierend, dass ich darüber einfach schweigen werde.
In der Hoffnung, dass sich in der nächsten Woche die eine oder andere Kandidatin noch ein Herz fasst und versucht mich und die anderen Teilnehmer der #avb13 von sich zu überzeugen.
Nur so viel: Es reicht nicht einen Lebenslauf in Netz zu stellen, ein bisschen selbstbezügliches Metazeugs über gute Vorsätze in Sachen Transparenz und Bürgerbeteiligung dazu zu schreiben und darüber zu fabulieren was die anderen alles falsch machen.
Korrektur. Mir reicht es nicht. 
Ich will wissen wo ihr steht und wo ihr hin wollt. Politisch.
Selbst Kandidatinnen von denen ich weiß dass sie großartige inhaltlicher Arbeit machen und in ihren Arbeitsbereichen geil abgeliefert haben, positionieren sich auf ihren Kandidatinnenseiten kaum inhaltlich. Kann sein, dass manche die Übereinstimmung ihrer persönlichen Positionen mit dem Programm als selbstverständlich erachten, kann auch sein, dass manche einfach nur schüchtern oder zurückhaltend sind.
Aber, Leute. Ihr wollt gewählt werden, nicht nur von mir, sondern von den Teilnehmern der Aufstellungsversammlung und irgendwann auch von den Menschen die nicht im Nebenfach Geschichte des LV Berlin belegt und somit keine Ahnung davon haben, wer, wann, warum welchen Antrag eingebracht hat.
Also bitte, bitte versucht wenigstens mich und die anderen Teilnehmer der Aufstellungsversammlung davon zu überzeugen warum es gut, richtig und wichtig ist euch zu wählen.
Wenn ihr das schafft, dann glaub ich euch auch, dass ihr in der Lage seid die Wählerinnen davon zu überzeugen warum es gut, richtig und wichtig ist euch zu wählen, obwohl ihr Piraten seid.

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